Montag, 11. September 2017

Ich will lieber an der Schwelle stehen im Haus meines Gottes als wohnen in den Zelten der Gottlosen. Psalm 84,11

Den Verlorenen Sohn  zog es hinaus in die Welt. Das Haus des Vaters war ihm zu eintönig und zu eng. (Lk 15,11ff) Draußen war Leben und Abwechslung. Da war auch die Sünde, aber da konnte man ja aufpassen.
Am Ende landete er am Trog der Schweine und stritt mit ihnen um die Abfälle, um damit „seinen Bauch zu füllen“ (V 16).
In Spr 1,10 hat Salomo möglicherweise an seinen verlorenen Bruder Absalom gedacht, als er die Worte niederschreibt:
 „Mein Sohn, wenn Sünder dich locken, so folge ihnen nicht!“
Und noch einmal in V 15:
„Mein Sohn, geh nicht mit ihnen auf dem Weg, halte deinen Fuß zurück von ihrem Pfad.“
Der Psalmist bringt zum Ausdruck, wie es in seinem Herzen aussieht. Er weiß, was es bedeutet, in der Geborgenheit des Herrn zu leben. In V 5 ruft er aus:
„Glücklich sind, die in deinem Haus wohnen. Stets werden sie dich loben.“
Im Haus des Herrn gelobt David, bis an sein Lebensende  zu bleiben. (Ps 23,6) Er hat erlebt, dass bei dem Herrn Trost, neue Kraft, neues Leben und göttlicher Friede ist. Alle Früchte, die der Geist Gottes hervorbringt, stehen dem Glaubenden zur Verfügung, wenn er im Haus Gottes bleibt.
Jesus gibt uns hier ein wunderschönes und völlig einleuchtendes Gleichnis. Er zeigt uns das Bild eines Weinstocks, an dem wunderbare Reben hängen.
„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.“ Joh 15,5
Jedem muss einleuchten, dass die Rebe, die sich vom Weinstock trennt, sterben muss. Geistlicher Tod ist furchtbar schmerzhaft. Der betroffene Gläubige muss eine bittere Erfahrung machen.
Am Schweinetrog kam der Verlorene Sohn zu sich selbst und die Gnade Gottes führte ihn zur Buße. Er sehnte sich zurück zum Haus des Vaters und war bereit, dort fortan als Tagelöhner zu leben.
Vielleicht ist es uns allen schon einmal so ergangen, wie dem Verlorenen Sohn. Wir fanden es  „engherzig und kleinlich“ in der Gemeinde der Gläubigen. Die Menschen draußen schienen so viel lockerer und freier durch das Leben zu gehen.
Der Herr Jesus hat uns als der Gute Hirte davor bewahrt, von der Sünde restlos verschlungen zu werden. Er geht dem verlorenen Schaf nach und bringt es zur Herde zurück.
Wer einmal diese Erfahrung gemacht hat, wird mit dem Psalmisten völlig übereinstimmen. Lieber wollen wir an der Schwelle stehen im Hause Gottes. Niemals aber wollen wir wieder zurück in die Zelte der Gottlosen.
Danken wir dem Herrn dafür, dass er uns jeden Tag davor bewahrt, von ihm wegzulaufen.

Lothar Gies

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