Montag, 4. September 2017

So kehrte Naomi zurück und mit ihr die Moabiterin Rut, ihre Schwiegertochter, die aus dem Gebiet von Moab heimgekehrt war. Sie kamen nach Bethlehem zu Beginn der Gerstenernte. (Rut 1,22)

Dieser Begebenheit ging ein Weg der Niederlage und des Verlustes voraus. Naomi hatte gemeinsam mit ihrem Mann und ihren Söhnen Bethlehem (das Brothaus) verlassen. Es war Hungersnot im Land und die Familie hatte sich entschlossen, in das Land der Moabiter zu gehen, denn dort gab es Brot. Moab war aber ein Ort der Abgötterei und des Götzendienstes. So war Naomis Familie dahin gegangen, wo es für die Kinder Israels verboten war. Sie verließen die Gegenwart Gottes und gingen in die sündige Welt, um ihre momentane Lebenssituation zu verbessern.
Es ist wie ein Naturgesetz. Wir verlassen die Nähe Gottes und erleben automatisch Unsegen und geistliche Leere. So ging es auch dem verlorenen Sohn, der sein Vaterhaus verließ und in die Ferne zog. Dort verlor er alles und landete auf der untersten Ebene der menschlichen Gesellschaft – bei den Schweinen.
Jesus sagt: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht. (Joh. 15,5)
Das Rezept für ein geistliches Leben im Sieg liegt also in der Notwendigkeit, bei Jesus zu bleiben. So wie die Rebe aus sich selbst keine Frucht bringen kann, so kannst auch du die Früchte des Geistes aus Gal. 5,22 nicht mehr hervorbringen, wenn du dich von dem Herrn Jesus entfernt hast. Du erlebst, wie dein geistliches Leben immer ärmer wird und das Wort Gottes nicht mehr zu dir spricht. Die Freude im Herrn hat dich verlassen. Dein Vertrauen auf Gottes Hilfe ist erloschen. So, wie der verlorene Sohn zu seinem Vater zurückkehrte und wie Naomi ohne Ehemann und Söhne mit ihrer Schwiegertochter nach Bethlehem zurückkehrte, so musst auch du zurückkehren zu Jesus, der wahren Lebensquelle. Er wird dir liebevoll entgegenkommen, wie der Vater seinem heimkehrenden Sohn.
Als Naomi in Bethlehem ankam und die alten Nachbarn sie freudig begrüßten, war sie sich ihres traurigen Zustandes völlig bewusst. Voll bin ich gegangen, und leer hat mich der Herr zurückkehren lassen. (V. 21) Aber dann durfte sie die liebende Hand Gottes neu erkennen, denn es war die Zeit der Gerstenernte. In dieser Zeit herrschte in Israel Überfluss. Jeder, auch der Ärmste, durfte sich an der Gerstenernte beteiligen und sich für den eigenen Bedarf mit Gerste eindecken.
So ist unser wunderbarer Herr. Er wartet auf dich und sobald du dich entschließt, wieder zu ihm zurückzukehren, wird er dir entgegenkommen und dafür sorgen, dass bei deiner Rückkehr die Gerstenernte begonnen hat. Gott segne dich.

Lothar Gies

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